taz Salon: Friederike Gräff - "Warten. Erkundungen eines ungeliebten Zustands"



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  • Schulterblatt 73
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Der Ruf des Wartens ist auf den Hund gekommen. Es ist ein Zustand, den wir literarisch verklären und praktisch scheuen wie die Pest. Dabei lohnt er eine genauere Betrachtung: wer warum warten muss, sagt viel aus über die Verfasstheit einer Gesellschaft. Die verwitweten Baronessen im alten Frankreich mussten auf dem Bett liegend das Ende der Trauerzeit abwarten, die hungernden Russen unter Stalin taten so, als gingen sie spazieren, weil es verboten war, vor Geschäften zu warten. Heute warten Flüchtlinge auf die Anerkennung – und werden krank darüber.
Jedes Warten hat seine Geschichte. Friederike Gräff hat für ihr neues Buch mit Häftlingen, Schwangeren und Paarvermittlern gesprochen, sie ist in die Vergangenheit des Wartens hinabgestiegen und in einer schnelllebigen Gegenwart angekommen, die seine Vorzüge aus den Augen verloren hat.
Friederike Gräff, taz.nord Redakteurin und Autorin von "Warten. Erkundungen eines ungeliebten Zustands" im Gespräch mit Maximilian Probst, freier Autor.

Beginn: 19.30 Uhr
Eintritt frei!