TAZ-Salon: Lampedusa - wie die Festung Europa verteidigt wird



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  • Schulterblatt 73
  • 20357 Hamburg

Im letzten Winter erreichten 300 Afrikaner Hamburg. Sie waren vor dem Libyenkrieg nach Lampedusa geflüchtet. Ihr Ziel: Europa. Doch seit ihrer Ankunft auf der kleinen Insel im Mittelmeer war nur Italien für sie zuständig. Das europäische Asylrecht legt fest, dass das Land des ersten Grenzübertritts sich allein um ankommende Flüchtlinge kümmern muss. Das belastet die – meist armen - Staaten an den Außengrenzen viel stärker, als etwa Deutschland, das diese Regel mit durchgesetzt hat.
Die Länder Südeuropas wehren sich auf ihre Weise: Sie versuchen, Flüchtlingen den Aufenthalt bei ihnen so unangenehm wie möglich zu machen – auf dass weniger kommen. Griechenland, Malta, Ungarn und Zypern sperren sie ein, Italien lässt sie auf der Straße leben. So geschah es auch mit den Mitgliedern der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“. Sie erhielten vom italienischen Staat zwar ein Aufenthaltsrecht, sonst aber nichts. Ohne Sozialleistungen und Job waren sie obdachlos. Deshalb kamen sie nach Hamburg. Sie fordern: Deutschland muss uns aufnehmen. Der Senat und die Bundesregierung lehnen das ab. Sie fürchten einen Präzendenzfall, der das ganze europäische Asylsystem in Frage stellt. Flüchtlingsorganisationen sagen: Genau dafür ist es höchste Zeit.

Diskussion mit:
- Asuquo Okono Udo, Sprecher der Lampedusa-Gruppe
- Dietrich Gerstner, Referent für Menschenrechte und Migration der
  Nordkirche
- Ralf Lourenco, „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
  MigrantInnen“

Moderation: Christian Jakob, taz-Redakteur



Einlass 19.00 Uhr
Beginn 19.30 Uhr